Michael Brack


 Michael Brack

Michael Brack (geb. 1949 in West-Berlin) zog 1954 mit seinen Eltern in den Ost-Berliner Stadtbezirk Treptow. Frühzeitig reifte in ihm der Wunsch nach individueller und freiheitlicher Persönlichkeitsentfaltung. Dabei verstand er sich nicht unbedingt als Oppositioneller.  Als die Ideen des Prager Frühlings am 21. August 1968 niedergeschlagen wurden und die DDR-Führung den Eindruck erweckte, die Nationale Volksarmee (NVA) hätte daran aktiv mitgewirkt, war für ihn klar, dass er dagegen protestieren und für die Symbolfigur des Prager Frühlings, Reformpolitiker Alexander Dubček, Partei ergreifen musste. Brack malte mehrfach die Losung "Es lebe Dubček" an Hauswände in der Gegend um den Ost-Berliner Bahnhof Ostkreuz. Daraufhin wurde er ein Jahr später, im September 1969, unter dem Vorwurf der "staatsfeindlichen Hetze" verhaftet. Nach einem Vierteljahr Untersuchungshaft wurde er plötzlich ohne Anklage im Dezember 1969 freigelassen. Brack arbeitete daraufhin in verschiedenen Jobs als Hilfsarbeiter. 1972 begann er ein Volontariat im Puppentheater Magdeburg und wurde zum Schauspielstudium delegiert. Mittendrin kam der Einberufungsbefehl zur NVA. Nach dem 18-monatigen Wehrdienst konnte er sein Studium nicht fortsetzen, Brack zog wieder nach Berlin und arbeitete als Bühnenarbeiter und Friedhofsgärtner, bis er an der Akademie der Künste in der Veranstaltungsabteilung eine Stelle bekam. Seit Herbst 1989 engagierte sich Brack im Neuen Forum. Bei der ersten freien Kommunalwahl wählten ihn die Einwohner von Hartmannsdorf, wohin er mit seiner Frau 1982 gezogen war, zum Bürgermeister. Er amtierte bis 1998 und studierte gleichzeitig Verwaltungsrecht. Nach einigen Zwischenetappen war er zuletzt als Geschäftsführer der Kulturgießerei in Schöneiche bei Berlin tätig.

 

 


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