Kerstin Meisner


 Kerstin Meisner

Kerstin Meisner (geb. 1964 in Potsdam) war als Facharbeiterin für Anlagentechnik tätig. Vor allem die fehlende Meinungsfreiheit, der einseitige propagandistische Diskurs der Staatsführung sowie das Fehlen der Demokratie in der DDR ertrug sie nicht mehr und beschloss, ihr Leben lieber in der Bundesrepublik Deutschland fortzusetzen. Im März 1983 kündigte die damals 19-jährige ihr Arbeitsverhältnis, um mit ihrem damaligen Verlobten und einem Bekannten über die ČSSR in die Bundesrepublik zu flüchten. Weil sie keine gültigen Ausweispapiere hatte, versteckte sie sich im Zug unter der Sitzbank. Ihre beiden Begleiter wurden schon vor ihr in Dresden bei der Passkontrolle aus dem Zug geholt und verhaftet. Dasselbe Schicksal ereilte sie kurz vor Bratislava. Nach zwei Wochen wurde sie zunächst in die Untersuchungshaftanstalt der Staatssicherheit nach Potsdam verbracht. Ihr Fall wurde von der Volkspolizei in Potsdam übernommen und sie kam in die Untersuchungshaftanstalt des örtlichen Polizeigefängnisses. Meisner wurde wegen "versuchter Republikflucht" zu einem Jahr und fünf Monaten verurteilt. Sie kam in den Strafvollzug nach Leipzig-Markkleeberg, bevor sie im April 1984 im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik gelangte.


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