Siegfried Wittenburg


 Siegfried Wittenburg

Siegfried Wittenburg (geb. 1952 in Warnemünde) absolvierte eine Ausbildung zum Funkmechaniker. Er arbeitete als Service-Mechaniker im VEB Schiffselektronik Rostock und erlebte dort den real existierenden Sozialismus. Im „Kollektiv der sozialistischen Arbeit“ wehrte er sich gegen den ideologischen Druck. Als er zur Universität Rostock wechselte und als Techniker im Team eines Herzchirurgen Menschen erlebte, die trotz des Systems aufrecht durchs Leben gingen, war sein Weg als Künstler bereits vorbestimmt. Denn seine Leidenschaft galt der realistischen Fotografie. Schonungslos stellte er die „Unzulänglichkeiten“ des Systems dar und präsentierte sie „geschickt der Öffentlichkeit“, wie das Ministerium für Staatssicherheit feststellte. 1986 geriet er als Leiter des jugendlichen Fotoklubs Konkret ins Visier der Stasi, weil er sich für einen Freund gegen Willkür und Zensur der SED einsetzte. Den Jugendlichen gelang es, sich zu behaupten. Gegen Wittenburg wurde eine Operative Personenkontrolle (OPK) eingeleitet, um ihn als Staatsfeind zu entlarven. Doch die Berichte des wichtigsten Inoffiziellen Mitarbeiters (IM) waren anderer Natur und haben die Vermutung nicht bestätigt. So entging er in diesem Fall stärkeren Repressalien. Unbeirrt machte er weiter. Seine Aufnahmen sind nicht nur von hohem künstlerischem Wert, sondern sie dokumentieren einzigartig den Untergang der DDR, die friedliche Revolution und die merkwürdigen Jahre danach. Er veröffentlichte mehrere Bücher, ist Gastautor bei SPIEGEL Geschichte und führt deutschlandweit Ausstellungen durch.


Um mit Siegfried Wittenburg aus Langen Brütz (Mecklenburg-Vorpommern) Kontakt aufzunehmen, richten Sie bitte eine Anfrage an das Koordinierende Zeitzeugenbüro.