Dr. Renate Werwigk-Schneider


DDR-Zeitzeuge/In Dr. Renate Werwigk-Schneider aus Berlin

Dr. Renate Werwigk-Schneider (geb. 1938 in Teupitz) studierte Medizin in Ost-Berlin. Aufgrund ihres kirchlichen Engagements erlitt sie Benachteiligungen und vorübergehende Verweise von der Universität. Nach Staatsexamen und Promotion 1962 versuchte Werwigk-Schneider Anfang 1963 gemeinsam mit ihren Eltern durch einen Tunnel zu ihrem zuvor in den Westen geflohenen Bruder zu gelangen. Der Fluchtversuch scheiterte, nachdem die Pläne verraten worden waren. Verurteilt zu zwei Jahren und sechs Monaten, wurde sie 1965 im Rahmen einer Amnestie entlassen. 1967 unternahm sie mit Unterstützung eines Freundes einen zweiten Fluchtversuch. Von Bulgarien aus wollte sie mit einem gefälschten Pass in die Türkei ausreisen. An der türkischen Grenze wurde sie verhaftet, in das Staatsgefängnis von Sofia gebracht und in die DDR ausgeflogen. Dort verurteilte man sie im Dezember 1967 zu weiteren dreieinhalb Jahren Zuchthaus. 1968 wurde sie von der Bundesrepublik freigekauft. Für ihr jahrzehntelanges Engagement als Zeitzeugin des SED-Unrechts erhielt Dr. Renate Werwigk-Schneider im Februar 2025 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Im September 2025 erschien ihre Biografie „Ein bisschen Diktatur gibt es nicht – Mein Weg aus der DDR in die Freiheit“.


Zeitzeugeninterview


Um mit Dr. Renate Werwigk-Schneider aus Berlin Kontakt aufzunehmen, richten Sie bitte eine Anfrage an das Koordinierende Zeitzeugenbüro.