René Beccard


DDR-Zeitzeuge/In  René Beccard aus Berlin

René Peter Beccard ( geb. 1963 in Ost-Berlin) wuchs in Berlin-Mahlsdorf auf. Sein Vater, Soldat der Nationalen Volksarmee, verstarb noch 1963 im Alter von 23 Jahren an Strahlenkrebs. Seine Mutter, Edda Schönherz, war von da an alleinerziehend mit zwei kleinen Kindern und versorgte die Familie eigenständig. Von 1963 bis 1969 machte sie eine Ausbildung zur Journalistin, Moderatorin und Ansagerin. Mit Beginn des Farbfernsehens in der DDR im Oktober 1969 wurde sie landesweit bekannt. Sie gehörte keiner Partei an und stand den Verhältnissen kritisch gegenüber. Während eines Urlaubs in Ungarn geriet die Familie ins Visier des Staatssicherheitsdienstes: Edda Schönherz hatte sich bei der Deutschen Botschaft in Budapest nach Möglichkeiten erkundigt, die DDR zu verlassen. Wenig später, im September 1974, wurde sie im Beisein ihrer Kinder im Alter von 11 und 12 Jahren zu Hause verhaftet und wegen "staatsfeindlicher Verbindungsaufnahme" zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren verurteilt. René und seine Schwester kamen in die Obhut der Großeltern und erhielten erst nach sechs Monaten ein Lebenszeichen von ihrer Mutter. Sie durften sie während ihrer Haftzeit nicht besuchen. René Beccard war in der Schule zunehmenden Repressalien ausgesetzt: Er wurde von schulischen Veranstaltungen ausgeschlossen und erhielt keine Förderung. Dennoch konnte er die Oberschule erfolgreich abschließen und den Beruf des Dachdeckers erlernen. Im September 1977 wurde Edda Schönherz aus der Haft entlassen und kehrte zu ihren Kindern zurück. Die Familie konnte schließlich 1979 in die Bundesrepublik übersiedeln.


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