Michael Klug


 Michael Klug

Michael Klug (geb.1945 in Behrensdorf) wuchs in einem kommunistischen Elternhaus auf. Sein Vater war als SED-Funktionär tätig. Nach dem Abitur absolvierte er eine Offiziersausbildung in der Nationalen Volksarmee (NVA). Zunächst überzeugt von den Ideen des Sozialismus, führte die Niederschlagung des Prager Frühlings 1968 zu einem inneren Umbruch seiner Überzeugungen. Er verließ daraufhin die NVA und fühlte sich zunehmend im System gefangen. Eine freiheitliche Gesinnung und entsprechende Erziehung seiner Kinder war nicht möglich. Das Fehlen von Demokratie, freier Meinungsäußerung, Reisefreiheit und sozialer Gerechtigkeit waren für ihn Anlass, die DDR zu verlassen. Sein Fluchtversuch im April 1976 - zusammen mit seinem damals achtjährigen Sohn - über eine Schleuserorganisation misslang. Vom Militärobergericht Berlin wurde er zu acht Jahren Haft verurteilt. Sein Sohn kam in ein Kinderheim der Stasi. Erst als Michael Klug einen Hungerstreik androhte, wurde sein Kind zu Verwandten in Pflege gegeben. Im April 1984, acht Tage vor Haftende, gelangte Klug im Rahmen des Häftlingsfreikaufs in die Bundesrepublik. Sein Sohn folgte ihm sechs Wochen später. Nach einem Orientierungsjahr fand er einen beruflichen Einstieg beim Daimler-Konzern. Dort war er bis zu seinem Rentenbeginn als PKW-Verkäufer tätig.
 

 


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