"ganz still"

Ich finde es beeindruckend, wie Herr Drauschke neunzig Minuten seine schockierende Lebensgeschichte erzählt und wie er auf sie zurücksieht, doch erkennt und benennt er ganz klar seine Fehler, scheint nichts zu beschönigen oder zu idealisieren.

"Ich habe eine Metamorphose durchlebt", erklärt er uns, "vom überzeugten Kommunisten zum Antikommunisten." Es ist ganz still im Festsaal, während Peter Drauschke von seinem Leben erzählt und uns alle damit emotional berührt. Die anschließende Fragestunde ist zu kurz, zu viele Fragen, zu komplex die Antworten, um sie knapp zu fassen. Ich finde es mehr als beachtlich, wie Herr Drauschke über sein Leben berichten konnte, wie gut es im gelang, seine Emotionen zu zeigen und uns Schülern die DDR-Geschichte näher zu bringen. "Drauschke, sind Sie sich eigentlich bewusst, was wir mit Ihnen anstellen könnten und dass es niemand mitkriegen würde?" - Ich glaube, als Peter Drauschke vor nicht einmal fünfzig Jahren diese Frage zu hören bekam, hatte er erkannt, von einer Diktatur alles erwarten zu können.

 

 

Schreiben von Nele S., einer Schülerin, nach einem Besuch von Peter Drauschke  an der Christophorusschule Droyßig am 16.07.2014



Diese Webseite verwendet Cookies. Hinweise zum Datenschutz