Marianne Rüdiger


Marianne Rüdiger

Marianne Rüdiger (geb. 1941) war als Lehrerin im thüringischem Grenzgebiet tätig. Frühzeitg kam sie in Konflikt zwischen ihrem Gewissen und der Pflicht, ihre Schüler im Sinne des Staates zu erziehen. Da es ihr immer mehr widerstrebte, junge Menschen im Geiste des Sozialismus zu formen, beschloss sie zu fliehen. Bei dem Versuch, die ungarisch-österreichische Grenze zu überwinden, wurde sie verhaftet und zu einer einjährigen Haftstrafe verurteilt. Nach deren Verbüßung musste sie zunächst zwei Jahre als Kathodenmacherin im Betrieb Carl Zeiss in Saalfeld arbeiten. Danach wurde sie als Horterzieherin und 1970 wieder als Lehrerin eingestellt. Als nach der Ausbürgerung Biermanns der Druck auf Andersdenkende immer größer wurde, stellte sie mit ihrer Familie den Antrag auf Entlassung aus der Staatsbürgerschaft der DDR. Daraufhin erfolgte die sofortige Kündigung. Bis zur Genehmigung der Ausreise vergingen sieben Jahre, geprägt von Schikanen durch die staatlichen Behörden, einschließlich Drohungen mit Heimeinweisung der Kinder. Mehrfach wurde über die Familie „Hausarrest“ verhängt. Im Februar 1984 erlangte Marianne Rüdiger die Ausreise in die Bundesrepublik.


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